Mittwoch , 29 Januar 2020
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VfL Wolfsburg: Schnauze voll! Endgültig! Trainerwechsel?

Es gibt so Situationen im Fussball, da ist man einfach sprachlos. Man weiss nicht mehr weiter. Fans leiden und leiden und leiden und nichts passiert. Als Wolfsburg-Fan kennt man das zur Zeit nur zu gut. Spielerisch ist das, was man derzeit in der Volkswagen Arena und bei Auswärtsspielen des VfL Wolfsburg zu sehen bekommt, ein Mittel um Augenkrebs zu bekommen. Trotzdem gibt es immer mal wieder Punkte (8 Spiele ungeschlagen- 7 Remis, 1 Sieg). Alles nur unglücklich gelaufen? Ähnlich kurios geht es auch in Gladbach zu, dazu später ein kleiner Kommentar.

Klopp meinte dazu im Doppelpass, dass in dieser Lage (Klare Niederlage gegen den BVB schlecht für das Selbstvertrauen, durch einen unglücklichen verschossenen Elfmeter keinen Punkt in Hannover geholt, kleiner Umbruch durch neue Transfers) keine Panik zu bekommen, da ein neuer Trainer wahrscheinlich lieber andere Spieler wollen würde, bzw. mit Spielern arbeiten müsste, die er nicht kennt. Er befand den VfL mehr als einmal nicht als die schlechtere Mannschaft – ohne Punkte zu holen.

Ich allerdings meine, dass Wolfsburg seit dem Misimovic Abgang nicht mehr ordentlich nach vorne spielt. Gleichzeitig hat das auch etwas mit der Systemumstellung des 4-4-2 mit Raute auf das System (4-2-3-1) mit nur einer echten Sturmspitze zu tun. Die Mannschaft scheint dafür nicht die richtigen Spieler (Außenspieler?) zu besitzen. Nun, nach etlichen Transfers, könnte es besser werden, KÖNNTE. Doch wieviel Zeit hat man dafür? Es ist kurz vor Zwölf! Die Abstiegsplätze sind zum Greifen nahe. Man befindet sich jetzt schon im Abstiegskampf! Wieviel Zeit bekommt der Trainer? Müssten man ihn jetzt rauswerfen? Sollte man ihm noch weiter die Chance geben?

Im Doppelpass ließ man verlauten, dass sich die Wolfsburger Führungsebene noch in der Nacht zum Sonntag zusammengesetzt habe. Zum wievielten Male ist es das jetzt schon, dass man über einen Trainerwechsel nachdenkt? Nicht das erste Mal. Und immer wieder gibt man dem Trainer die Chance zum Weitermachen. Das finde ich im Grunde genommen nicht schlecht, nur WAS muss man tun? Hart weiterarbeiten? Vielleicht. Vielleicht auch den Trainer wechseln. Vielleicht. Im Moment fehlen einem einfach die Worte zur Situation und langsam schwindet auch die Hoffnung und der Glaube an Besserung – auch bei einem Trainerwechsel. Zu oft haben die neuen Trainer nach Magath (Veh, Köstner, nun McClaren) die Mannschaft nicht zurück in die Erfolgsspur führen können. Mit dem normalen „laienhaften“ Fussballsachverstand würde ich meinen, dass man mit den Neuzugängen nicht nur ein Spiel Zeit haben darf um etwas in der Mannschaft zu verbessern. Doch hat man die Zeit? 13 Spieltage sind noch zu spielen, wobei man die von der Tabelle her leichteren Gegner noch vor sich hat. Ist das genug?

In der Nacht und Nebelaktion des Vereins, der „Krisensitzung„, wird man wohl einmal mehr dem Trainer noch eine Frist setzen. Denn, wenn man trotz der schlechten spielerischen Leistung, auch bei Mainz 05 drei Punkte holt, wird man „ganz sicher nichts mit dem Abstieg zu tun haben“. Vielleicht hat man damit sogar recht. Doch was, wenn nicht? Ist man das jetzt noch nicht? Muss man sich dann vorwerfen nicht vorher gehandelt zu haben? Vielleicht.

Was muss jetzt passieren? Trainerwechsel? Hoeneß raus? Beide rausschmeißen? Einfach auf Besserung hoffen (Neuzugänge etwas Zeit geben)? Hat man die Zeit?

Gleiches dürften sich auch die Gladbacher Fans fragen. Ich war gestern im Stadion beim Abstiegsknaller zwischen Gladbach und Stuttgart und fühlte mit den Gladbachern mit. Einfach traurig 2:0 zur Halbzeit zu führen, etliche Chancen zu weiteren Toren in der ersten Halbzeit gehabt zu haben, um dann in der 2. Halbzeit mitanzusehen, wie die Mannschaft sich in den ersten Minuten schon hinten reinstellt und die Bälle nur rausholzt. Erinnerungen an das 3:4 gegen Mainz und das 2:3 gegen Leverkusen kamen mir hoch. Dazu noch von vorne bis hinten vom Schiedsrichter beschissen worden. Klares Tor für Gladbach nicht gegegeben, und Stuttgart einen Elfmeter geschenkt. So werden Abstiege in einem Geschäft entschieden bei dem es um mehr als Fans und Emotionen geht, nämlich sehr viel Geld.

Trotzdem: Was hat der Frontzeck denen bloß in der Pause gesagt? Oder hören sie nicht auf ihn? Verstehen sie ihn nicht? Ich habe keine Ahnung, genauso wie bei Steve McClaren. Wobei ich den Gladbachern schon eher zum Trainerwechsel raten würde als beim VfL Wolfsburg. Warum? Weil es dort nun keine Schande mehr ist, wenn man mit so einer Mannschaft absteigen würde. In Wolfsburg sieht das schon ganze anders aus, man betrachte sich nur mal die vielen Investitionen vor der Saison. Man kann nur hoffen – zumindest ich selber – dass Wolfsburg sich schnell wieder fängt und Gladbach doch noch irgendwie die Kurve bekommt. WIE das alles passiert ist mir egal, aber wenn man so oft der Leidtragende bei Schiedsrichterentscheidungen ist und viele, viele unglückliche Gegentore bekommt, hat man es einfach nicht verdient abzusteigen. Ich habe fertig!

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Über Patrick Stuhlemmer

Vater, Griller, Fussballfan, Kinogänger, Serienjunkie, Produkttester, Leseratte, Blogger, Kaffeetrinker, Kaufempfehler. Seit Januar 2009 mit Weblog-Deluxe im "Neuland" vertreten. Vorsicht: Beiträge könnten Ironie oder Sarkasmus trotz fehlender Smileys beinhalten! ;-) Ihr findet mich auch auf Google+ oder Twitter