Donnerstag , 16 Juli 2020
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Fünf besondere und zum Teil unbekannte Tourismustrends

Fünf besondere und zum Teil unbekannte Tourismustrends

Habt ihr euch jemals gefragt, welchen Veränderungen der Tourismus heutzutage eigentlich unterliegt und was wir als Reisende von unseren Urlauben erwarten? Einzigartige Reiseerlebnisse, die sogenannten „Travel-Experiences“, stehen genau wie die Nachhaltigkeit und das „Reisen gegen den Trend“ ganz oben auf der Liste der Neuheiten der Tourismusbranche. Und trotz der unvorhersehbaren Folgen des Corona-Virus, auf Grund dessen bereits einige Fluggesellschaften ihre Verbindungen reihenweise gestrichen haben, deutet derzeit nichts auf ein Ende des Reisebooms hin. Ganz im Gegenteil: Es könnte sogar wieder ein Rekordjahr in der Reisebranche geben, so berichtet zumindest die Wirtschaftswoche. Für viele „Urlauber“, die immer teurer und aufwendiger verreisen, stehen seit längerer Zeit nicht nur Spaß oder Unterhaltung im Vordergrund. Es soll etwas Besonderes erlebt werden.

Immer mehr Reisende wollen in ihrer Freizeit „authentische Erlebnisse“ erfahren und nicht mehr mit Hundert anderen mehr oder weniger Gleichgesinnten in Bussen eingepfercht „Europa in 7 Tagen“ erfahren zu müssen.

Die verfügbaren Reisedestinationen werden immer ausgefallener, da viele Menschen bereits genug davon haben, die Sommerferien ausschließlich am Strand und den Winterurlaub nur auf Skiern zu verbringen. Was die Touristen von heute bewegt sind neue Erfahrungen. Die allermeisten dieser „Abenteurer“ werden sich mit Sicherheit nicht das Risiko eingehen, einen nächtlichen Spaziergang durch Caracas Straßen zu wagen oder auf einem selbstgezimmerten Floß die sieben Weltmeeren zu durchkreuzen, sind sie aber dennoch offen und begeisterungsfähig für neue Ideen und Destinationen.

Dieser Artikel richtet sich an alle Leser, die ihre Neugier und Abenteuerlust behalten haben und die ihre ausgefallenen Kindheitsträume recht bald Wirklichkeit werden lassen wollen.

Expeditionskreuzfahrt

Kleine Schiffsfahrten auf berühmten Flüssen und einstündige Yachtfahrten in bekannten Meeresbuchten sind gegenwärtig häufig Teil von Massentourismusveranstaltungen aber mit Sicherheit sind sie kein Expeditionsabenteuer.

Denn bei Expeditionskreuzfahrten werdet ihr zu einem fixen Bestandteil der Schiffscrew, müsst unterschiedlichste Aufgaben selbst erledigen und tretet so abenteuerliche Reisen zu den entferntesten Orten unseres Planeten an. Die Reisen gehen bis nach Grönland, dem Nordpol oder sogar in die Antarktis, also zu den unbekanntesten Orte der Erde. Aber auch südliche Gefilde wie die die Einsamkeit von Französisch-Polynesien oder die Galapagos-Inseln können am Reiseprogramm stehen.

Auf Grund der ausgewählten Orte ist jede dieser Expeditionen ein aufregendes, weil abseits der ausgetretenen Pfade gelegenes, Erlebnis. Diese dort gewonnenen Erfahrungen stehen im krassen Gegensatz zum herkömmlichen Strandurlaub mit Pool, Animatoren und organisierter Abendgestaltung. Auf der Reiseagenda der Expeditionskreuzfahrten stehen zusätzlich noch wissenschaftliche Vorträge sowie mehrere Erkundungen der besuchten Orte auf dem Programm.

Wenn ihr eine lebenslange Erinnerung an bestimmte Reisen haben wollt, die es sogar wert wären, in der Zeitschrift „National Geographic“ veröffentlicht zu werden, so solltet ihr diese Art des Reisen ausprobieren. Übrigens organisiert National Geographic viele dieser Expeditionen selbst, von denen die meisten aber sehr kostspielig sind. Das muss es einem natürlich wirklich wert sein. Doch ihr kennt ja das Sprichwort: Es gibt kaum ein besseres Investment als in Reisen und Erfahrungen. Letztere sind die einzigen die bleiben.

Der dreidimensionale virtuelle Tourismus

In der digitalen Welt bedeutet Reisen nicht immer nur die physische Überwindung von Raum und Zeit. Der dreidimensionale virtuelle Tourismus bricht alteingesessene Muster und Strukturen auf und ermöglicht es euch, neue Umgebungen zu erkunden, ohne dabei euren gegenwärtigen Aufenthaltsort verlassen zu müssen.

Mit Google Earth seid ihr virtuell in einer 3D-Umgebung unterwegs und könnt dort stundenlang durch die Straßen von Paris, New York oder Buenos Aires flanieren. Die meisten der virtuellen Tourismus-Apps wurden erstellt, um den Standort vor dem wirklichen Reiseantritt zu erkunden, um die nächste Reisedestination besser und genauer kennenlernen zu können.

Diese Technologie steckt noch in den Kinderschuhen und hat noch jede Menge Potenzial sich in alle Richtungen weiterzuentwickeln. Stellt euch nur vor, ihr könntet die Welt mit einem VR-Headset durch die Augen anderer Personen am anderen Ende der Welt sehen.

Eine ähnliche Idee hatte bereits Dave Eggers in seinem Buch „The Circle“ beschrieben. Dort gibt es fix installierte Kameras, die rund um die ganze Welt montiert sind, und von einzelnen Personen getragene Kameras. So konnte jeder, der mit dem „Circle“ verbunden war, auf all diese Kameras zugreifen und dadurch die schönsten Orte der Erde entdecken und „erleben“.

Diese Vorstellung, einige Erlebnisse in Echtzeit für ein breites Publikum sichtbar zu machen, die sich nicht physisch am Ort des Geschehens befinden, wird zukünftig sicher breite Publikumsschichten ansprechen.

Der Casino -Tourismus

Oft drängt sich die Frage auf: „Warum muss man im Zeitalter des Online-Glücksspiels eigentlich noch nach Las Vegas fahren, wenn doch alle Spiele rund um die Uhr und ohne Unterbrechung im Internet online verfügbar sind?“. Dort gibt es eine Vielzahl an Slot-Spielen, Tischspielen und sogar Live-Casinos, die aus echten Casinostudios ihre Angebote in Echtzeit zur Verfügung stellen. Vielleicht habt ihr euch diese Frage auch schon manchmal gestellt, insbesondere nachdem wir bereits über den virtuellen 3D-Tourismus gesprochen haben, der eigentlich perfekt zu den Glücksspielgewohnheiten zu passen scheint.

Die Antwort darauf ist genauso schlicht wie einfach: Es ist die spezielle Atmosphäre, die diese Orte verströmen. Obwohl die sich am Markt befindliche Anzahl der Online-Casinos tagtäglich vergrößert, werden diese Online-Glücksspielstätten niemals jene Emotionen befriedigen können, die wir nur dann erleben, wenn wir von gut gekleideten Spielern, elitären Getränken, perfekten Locations und ausschweifendem Luxus umgeben sind. Spielfreudige Menschen auf der Suche nach dem speziellen Ambiente sind durchaus bereit, am Wochenende in diese Orte der Spannung und des Nervenkitzels zu entfliehen, einzig und allein, um deren Ausstrahlung voll auskosten zu können.

Aber wohin soll die Reise dann gehen? Las Vegas ist doch etwas zu sehr überlaufen, obwohl es jederzeit einen Besuch wert ist, vor allem dann, wenn Sie noch nie dort gewesen sind. Neben dieser Wüstenstadt sind in den USA noch Atlantic City in New Jersey, Reno in Nevada und Biloxi in Mississippi für ihre großartigen Casinos und Luxusresorts bekannt. Außerhalb der Vereinigten Staaten sind Macau in China, Niagara Falls in Kanada, Monte Carlo in Monaco und Nassau auf den Bahamas auf jeden Fall die besten Städte für den gehobenen Spiele-Tourismus.

Auf den Spuren der Stars

Ein weiterer neuer Tourismustrend basiert auf der Tatsache, dass sich immer mehr Menschen die Möglichkeit nicht entgehen lassen wollen, berühmte Orte der Filmgeschichte persönlich zu besuchen und zu erleben.

So muss sich zum Beispiel Dubrovnik, die mittelalterliche Küstenstadt im Süden Kroatiens, auf Grund der Verfilmung einer „Game of Thrones“-Staffel, mit einem dramatischen Anstieg der Tourismuszahlen auseinander setzen. Dieser Streifen wurde im Jahr 2011 zum ersten Mal ausgestrahlt, zu einer Zeit in der Anzahl Nächtigungen in dieser Stadt an der Adria nur 606.000 Menschen pro Jahr betrug. Bis zum Jahr 2018 verdoppelte sich die Zahl der Übernachtungen und erreichte mit sogar 1.400.000 Personen einen neuen Höchststand.

Natürlich waren die Fans von „Game of Thrones“ der Hauptgrund für diesen enormen Anstieg der Besucherzahlen. Dieser neue Tourismustrend, manchmal auch als Jet-Setting bezeichnet, wird auch durch Umfragen bestätigt. So gaben 27% der Briten an, dass sie ihre Urlaubsziele nur deshalb ausgewählt hatten, weil sie über diesen in einem bestimmten Roman bereits gelesen oder in einem Film oder einer Fernsehserie schon gesehen haben.
Auf dieses Phänomen haben auch vermehrt die unterschiedlichsten Reisebüros reagiert und bieten seit geraumer Zeit spezielle Touren und Reisepackages für Filmfans und für jene, die es noch werden wollen, an. Andere Tourismusveranstalter organisieren diverse Rundreisen von einem Filmschauplatz zum nächsten, die von vielen Urlaubern auch gut angenommen und gebucht werden.

Wenn ihr also nach Neuseeland reist, um euch selbst als einen mutigen Hobbit in einem Auenland vorzustellen, dann herzlichen Glückwunsch! Ihr seid ein Jet-Setter und auf den Spuren der Stars.

Urlaub auf Balkonien

Ein klassischer Strandurlaub gilt als die beliebteste Sommerfreizeitgestaltung. So verbringen jedes Jahr rund 40% der Deutschen ihre Sommerferien an den unterschiedlichsten Meeresstränden. Aber dennoch ist diese Urlaubsart bei weitem nicht die verbreitetste Form der Sommerferien. Denn die meisten Menschen verbringen ihren Urlaub zu Hause in den eigenen vier Wänden.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass ihr den ganzen Tag im Bett bleibt und ununterbrochen nur Netflix schauen oder faulenzen werdet. Ein Urlaub zu Hause bietet viele unterschiedliche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, ohne sich dabei weit weg vom eigenen Heim bewegen zu müssen. So kann eine Party am Swimming-Pool des Nachbarn, ein Besuch in einem nahe gelegenen Vergnügungspark oder eine improvisierte Tour durch die unerforschten Orte Ihrer Heimatstadt, in denen ihr noch nie gewesen seid, auf der Tagesordnung stehen.

Haben einige dieser fünf „neuen“ Urlaubstrends euch inspiriert? Vielleicht ermutigt euch dieser Artikel an diesem oder an einem kommenden Wochenende einen kleinen Kurzurlaub zu organisieren oder ihr seid jetzt endlich bereit, eine Expeditionskreuzfahrt ins Südpolarmeer für das nächste Jahr einzuplanen. Ein guter Ratschlag zuletzt: Lasst euch niemals von der eintönigen Routine vereinnahmen – diese macht unser Leben nicht außergewöhnlich. Gute Reisen machen einen schönen Teil unseres Lebens aus. Und wir können später nur mehr eines: Erzählen.

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