Dienstag , 20 April 2021
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Vorgetäuschte Regionalität – Darauf müssen Verbraucher achten

Vorgetäuschte Regionalität – Darauf müssen Verbraucher achten

Regionale Lebensmittel finden immer mehr Einzug in die Gesellschaft. Umweltbewusst, nachhaltig und fair, diese Begriffe beschreiben den regionalen Charakter. Damit wird die Produktion in der eigenen Region gestärkt, Lebensmittel lassen sich nachverfolgen und der CO2-Fußabdruck durch verringerte Importe verbessert. Allerdings ist der Begriff „regional“ gesetzlich nicht geschützt. Ehrlich arbeitende Landwirte, die mit ihren Mähdreschern und Traktoren täglich Felder bewirtschaften, werden so durch Großkonzerne in ein schlechtes Licht gerückt. Doch mit diesen Tipps lassen sich missbräuchliche Verwendungen des Begriffes „Regionalität“ verhindern.

Die Werbelüge mit regionalem Bezug

Der gesellschaftliche Wandel zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmittel wird von vielen Produzenten in der Werbung missbräuchlich verwendet. Aufgrund dessen, dass Verbraucher vermehrt Produkte aus der eigenen Region einkaufen, möchten möglichst viele Unternehmen an diesem Verhalten mitverdienen. Da die Begriffe „regional“, „Heimat“ und „Region“ gesetzlich nicht geschützt sind, können diese legal in Werbespots verwendet werden. Verbraucherzentralen bestätigen die Irreführung von Verbrauchern. Nicht selten ist der „regionale Kaffee“ zwar an dem Ort geröstet worden, doch die Bohnen stammen trotzdem aus Übersee. Auch bei Möhren ist ähnliches zu beobachten. Sie werden sehr oft als Heimatprodukt beworben, werden aber aus dem Ausland importiert.

Code auf Eierverpackungen zeigt die Region

Auf der Verpackung von Eiern ist ein Code mit x-DE-05 xxxx angegeben. Dieser gibt Aufschluss über den Ort, an dem die Eier verpackt wurden. 05 steht in diesem Fall für Nordrhein-Westfalen. Zwar ist der Verpacker mit seiner Adresse ebenso auf der Verpackung verewigt, jedoch kann dieser auch im Ausland sitzen. Der Code gibt also genau wider, wo die Eier verpackt worden sind.

Regionalfenster

Das Regionalfenster ist ein freiwilliges Gütesiegel, welches die Regionalität auf Produkten nachweist. Wo kommt es her? Wo wurde es verarbeitet? Wie hoch ist der regionale Anteil? Diese Fragen sind auf dem Etikett vereint, sodass Verbraucher regionale Produkte genau erkennen können.

Dies sind keine Hinweise auf regionale Produkte

Werden Produkte mit Hinweisen, wie „aus der Region“, „Nähe…“, oder „von hier“ beworben, ist vorsichtig geboten. Vor allem, wenn ein Hinweis auf den genauen Ort beziehungsweise auf die genaue Region fehlt. Auch Markennamen wie „Küstengold“ sind irreführend. Innerhalb der EU gibt es die Abkürzung g.g.A. Diese steht für geschützte geografische Angabe. Meint aber keine Regionalität, sondern nur, dass eine Produktionsstufe in dieser Region stattgefunden hat. Interessant ist auch, dass die Anschrift der Hersteller auf den Produkten keine Aussagen über die Regionalität liefert. Unternehmen müssen lediglich die Adresse angeben, die das Produkt vermarktet.

 

Landwirte gezielt unterstützen

Landwirte in Deutschland werden vom Staat zum Teil subventioniert. Auch Plattformen wie Agriaffaires stehen mit ihren Angeboten den Landwirten unterstützend zur Seite. Sie vereinfachen die Suche nach passenden Mähdreschern oder nach einem Traktor für den eigenen Betrieb. Allerdings sind diese Angebote oft nicht ausreichend, sodass Bauern anständig und in Würde leben könnten. Aus dem Grund ist es angebracht, dass Verbraucher ihre Produkte gezielt einkaufen und sich genau überlegen, welche Artikel im Warenkorb landen. Sie können damit maßgeblich gegen die Irreführung ankämpfen und tatsächlich regionale Landwirte unterstützen.

Regionalität über das Internet

Mittlerweile gibt es im Internet viele Konzept zur Förderung des regionalen Einkaufens. Eines davon nennt sich Marktschwärmerei, das fast bundesweit verfügbar ist. Getränke, Obst und Gemüse, Brot, Käse, Fleisch und weitere Produkte werden hierbei über das Internet bestellt. Anschließend gelangen diese Lebensmittel zu einer Schwärmerei in der eigenen Stadt. Dies ist ein zentraler Sammelpunkt, an dem auch das Kennenlernen der Landwirte möglich ist. Damit werden Fahrten ins Umland überflüssig, sodass CO2 eingespart werden kann. Aber auch eine termingerechte Ernte ist mit diesem Konzept möglich.

Über Toni Ebert