Freitag , 17 August 2018
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Hanf. Das verkannte Allzweckmittel

Zugegeben, wer das Wort Hanf liest, der denkt vermutlich zu allererst an Rauchschwaden, die emporsteigen und an bunt gekleidete Menschen, die genüsslich an einem Joint ziehen. Das alles kann in Verbindung mit Hanf stehen, gehört aber nicht hierher. Was hierher gehört, ist ein Portrait von Hanf, das zeigen wird: Die Pflanze kann mehr als nur high machen. Der Fokus in diesem Beitrag liegt auf dem sogenannten Nutzhanf. Das Besondere daran ist, dass eben diese Hanfsorte frei von THC ist – und damit auch frei von dem, was die Joint rauchende Community high machen würde. Stattdessen wird sie beispielsweise als CBD Hanföl oder als Creme eingesetzt.

Abbildung 1: Wer sich mit den Besonderheiten der Hanfpflanze beschäftigt, der erkennt, das sie nicht nur dazu dient, Drogenabhängige in einen Rausch zu versetzen. Sie hat andere, vielfältige Wirkweisen.

Bühne frei für die Hanfpflanze

Die Hanfplanze zählt zu den genügsamen Planzen. Die Bodenqualität ist dem Kraut egal. Auch auf Düngemittel kann die Hanfpflanze gut und gerne verzichten. Dennoch wird sie nicht etwa krank, sondern kann sich ganz gut vor Schädlingen und Krankheiten schützen und setzt sich sogar gegen Unkraut zur Wehr. Daneben tut sie dem Boden, auf dem sie gedeiht, auch noch mächtig viel Gutes, denn die Hanfpflanze verbessert die Struktur und Fruchtbarkeit des Bodens. Ein ganzes Themen-Dossier zur Hanfpflanze hält der Bayerische Rundfunk online vor.

Hanf als Werkstoff

Abbildung 2: Wer an ein Tau oder Seil denkt, der weiß bereits, wie robust dieser Werkstoff ist. Er findet hier häufig Anwendung.

Abbildung 3: Aus Hanf können Textilien und sogar Kleidungsstücke gefertigt werden. Sie bieten ihrem Träger einen ganz besonderen Tragekomfort.

Hanf kann etwas ganz Praktisches sein, denn Hanf lässt sich zu Stoff verarbeiten – und damit zu Textilien, wie etwa Kleidung. Hanf kann aber auch auf See äußerst praktisch sein – dann nämlich wenn aus Hanf Taue und Seile gefertigt werden. Einst diente Hanf der Papierherstellung. Aus dem Öl können Lacke und Farben gefertigt werden.

Hanf hat als textiler Werkstoff einige Vorteile zum Baumwollklassiker zu bieten: Hanf ist länger und stärker als der beliebte Klassiker. Kleidungsstücke aus Hanf haben eine wärmeregulierende Wirkung: Sie wärmen im Winter und kühlen im Sommer. Hanffasern haben einen hohen Absorptionsgrad. Sie nehmen Flüssigkeit schnell auf und trocken wieder ab. Deswegen eignet sich Hanf nicht nur zur Herstellung von Funktionskleidung, sondern auch, um Handtücher oder Windeln zu fertigen. Wer Kleidung aus Hanf trägt, trägt damit auch einen natürlichen UV-Schutz. 90 Prozent der UV-Strahlung kann der Material-Allrounder abfangen. Übrigens: Da die Faser selbst frei von Eiweiß ist (der Samen ist genau das Gegenteil), zieht Hanf im Kleiderschrank weder Motten noch Käfer an.

Hanffasern haben einen vergleichsweise hohen Sauerstoffgehalt, der verhindert, dass sich Bakterien bilden können. Das ist nicht nur bei der Kleidung ein Vorteil, sondern auch bei Hanf-Papier, das als Alternative zum klassischen Butterbrotpapier fungieren kann, das gut zweimal länger Lebensmittel frisch hält als andere Materialien.

Abbildung 4: Viele Verbraucher fürchten die Hanfpflanze. Dabei sind gerade ihre Samen doch besonders reich an wichtigen Fettsäuren und Proteinen.

Hanf als Lebensmittel

Neben den ganz praktischen Eigenschaften der Pflanze könnte man das Kraut fast in die Schublade der Superfoods packen – und das wussten bereits die Vor-Vorfahren vergangener Tage. Bereits die Ägypter, die Chinesen, die Babylonier, die Perser und die Inder aßen die Nüsse pur oder fertigten daraus Butter oder Öl. Zum Superfood könnte Hanf aus diesen Gründen avancieren:

  • Die Samen sind reich an Antioxidantien.
  • Edestin und Albumin sind vom Körper bestens zu verarbeiten.
  • Hanf enthält Gamma-Linolensäure, eine wahre Rarität in Lebensmitteln.
  • Hanf liefert wertvolle Fettsäuren (Omega 3 und Omega 6).
  • Hanf liefert wertvolles Protein, woraus sich im Körper Eiweiß bildet.
  • Hanföl kann (wie Leinöl) täglich konsumiert werden – in Dips, Smoothies und Dressings.
  • Hanfsamen trägt reichlich Vitamine B2, E und anderer B-Vitamine in sich.

Die Wirkung von Hanf auf den menschlichen Körper

Hanfsamen unterstützt den Körper beim Muskelaufbau. Er tut der Schilddrüse gut, schleust Stresshormone aus dem Körper und wirkt sich positiv auf die Sehschärfe eines Menschen aus. In punkto Hautpflege findet Hanf – als CBD Hanföl oder als entsprechende Creme – Anwendung und übernimmt in diesem Zusammenhang wichtige pflegende Aufgaben. Um rissige und schuppende Haut zu kurieren, braucht der Köper das Vitamin B2, das in Hanf reichlich vorhanden ist.

Der ausgewogene Fettsäure-Mix im Hanf verhindert chronische Entzündungen sowie andere chronische Leiden, die auf den Verzehr falscher Fettsäuren zurückzuführen sind. Der Anteil an Gamma-Linolensäure (GLA) sorgt dafür, dass entzündliche Prozesse, wie bei Rheuma, Arthrose und Neurodermitis, abheilen können. Auch wirkt sich dieses Detail ausgleichend auf den Hormonhaushalt aus. Das zeigt sich in einer reineren Haut, in vollem Haar und in festen Nägeln. Zudem könnte GLA aktiv bei einer Diät eingesetzt werden. Es setzt die Energiegewinnung in den Fettzellen frei, die dann die Pölsterchen in Eigenregie schneller abbauen. Auch an anderen Stellen im Körper  fungiert Hanf als Reiniger und fegt die Gifte im Organismus buchstäblich beiseite.

Abbildung 1: pixabay.com © herbalhemp (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © byrev  (CC0 Public Domain)
Abbildung 3: pixabay.com © atzoo (CC0 Public Domain)
Abbildung 4: pixabay.com © ulleo (CC0 Public Domain)

Hanf. Das verkannte Allzweckmittel
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