Samstag , 29 Januar 2022
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Meme Coins: Augen auf bei „Spaß-Kryptowährungen“

Meme Coins: Augen auf bei „Spaß-Kryptowährungen“

Die Zeiten, in denen Kryptowährungen nur eine kleine Gemeinde digitaler Nerds interessierten, sind längst vorbei. Heute kommt man kaum noch um die größtenteils auf der Blockchain-Technologie basierenden digitalen Devisen herum. Neben Bitcoin, Ethereum, Ripple und Co. gibt es mittlerweile mehr als 7000 verschiedene Kryptowährungen, innerhalb dieser enormen Anzahl den Überblick zu behalten ist schwer. Fast täglich kommen neue Kryptowährungen hinzu, viele von ihnen verschwinden aber schnell wieder ohne großen Erfolg. Eine spezielle Sorte von digitalen Währungen stellen sogenannte Meme Coins dar. Doch was kann man sich darunter vorstellen und was sollten Krypto-Fans über Meme Coins wissen?

Erfolg zieht Nachahmer mit sich

Meme Coins sind für sich genommen zunächst einmal Kryptowährungen wie andere auch. Den Entwicklern ist zunächst aber eher daran gelegen, ein bestimmtes Statement abzugeben, als eine Lösung für ein bestehendes Problem anzubieten. So bedienen sich Meme Coins meist Internetphänomenen oder Kultserien.

Das wohl bekannteste Meme Coin dürfte der Dogecoin sein, der ursprünglich als eine Parodie auf Bitcoin und Co. ins Leben gerufen wurde. Das Bild der virtuellen Münze ziert ein Shiba Inu, eine alte japanische Hunderasse, und ist an ein bekanntes Internetbild, ein sogenanntes Meme angelehnt. Mittlerweile hat es der Dogecoin tatsächlich unter die Top 10 der beliebtesten Kryptowährungen geschafft, der Dogecoin Kurs konnte seit Jahresbeginn einen Zuwachs von zwischenzeitlich bis zu 14.000 Prozent verzeichnen. Das zieht selbstverständlich zahlreiche Nachahmer mit sich. Doch ob diese auch einen ähnlichen Erfolg wie Dogecoin haben werden, bleibt abzuwarten.

Hinter den Entwicklern herrscht oft kriminelle Energie

Ungeachtet der ungewissen Zukunft der meisten Meme Coins sind Kryptoanleger offenbar bereit Millionenbeträge in diese zu investieren. Doch dass das auch nach hinten losgehen kann, zeigt das Beispiel von Squid Coin. Die Macher von Squid Coin setzten auf die enorme Popularität der Netflix Serie Squid Games, ohne dabei aber irgendeinen anderen Bezug als den Namen zur Serie aufzugreifen. Zunächst sah alles nach einer Erfolgsgeschichte aus. Bereits kurz nach Einführung von Squid Coin schoss der Wert eines solchen Coins auf mehr als 100 US-Dollar, anschließend explodierte der Kurs auf einen Höchststand von 2856 Dollar. Doch noch bevor sich die unbekannten Entwickler über diesen Erfolg richtig freuen konnten, brach der Kurs binnen weniger Minuten auf den Bruchteil eines Cents. Menschen, die trotz aller Unsicherheiten in Squid Coin investierten, schauten also in die Röhre. Die anonymen Entwickler hingegen sind offenbar mit schätzungsweise 2,5 Millionen US-Dollar in Form von anderen Kryptowährungen davon gekommen.

Erst informieren, dann investieren

Auf dem unregulierten Kryptomarkt sind solche Aktionen leider kein Einzelfall. In Fachkreisen nennt man solche Maschen „Pump and Dump“, was in etwa mit aufpumpen und wegwerfen übersetzt werden kann. Kriminelle nutzen den Hype um bestimmte Internetphänomene oder Serien, um ganz gezielt ahnungslose Anleger dazu zu bewegen, in ihr Meme Coin zu investieren. Was Szene Beobachter und Ermittler immer wieder überrascht, ist die schiere Leichtfertigkeit, mit der Menschen in entsprechende Währungen investieren.

Wer also ernsthaft Meme Coins wie den Dogecoin kaufen oder aber auch in andere Kryptowährungen investieren möchte, sollte sich im Vorhinein möglichst umfassend über einzelne digitale Währungen und deren Chancen, Risiken und vor allem Hintergründe zu informieren. Generell spricht nichts dagegen auch in Meme Coins zu investieren, dabei sollte man sich aber bewusst sein, dass ein Hype auch ganz schnell wieder vorbei sein kann.

Über Toni Ebert