Samstag , 26 November 2022
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Lohnt sich eine private Krankenversicherung für Angestellte?

Lohnt sich eine private Krankenversicherung für Angestellte?

Eine Privatversicherung klingt gut, ist aber nicht für jeden sinnvoll. Der Grund ist darin zu sehen, dass eine solche Versicherung langfristig zu bezahlen ist. Unter Umständen ist eine gesetzliche Krankenversicherung geeigneter.

Wem steht die Privatversicherung offen?

Für den Eintritt in eine private Krankenversicherung gelten gesetzliche Vorschriften.

Selbstständige

Diese haben die Wahl, ob sie sich privat oder freiwillig gesetzlich versichern wollen. Die Versicherung ist nicht an den Verdienst gebunden. Freiberufler in publizistischen oder künstlerischen Bereichen sind davon ausgeschlossen. Für diese ist die Künstlersozialkasse zuständig.

Beamte

Verbeamtete können entscheiden, ob sie eine private oder eine gesetzliche Krankenkasse möchten. Für die private Krankenversicherung leistet der Dienstherr in Höhe von 50 Prozent Beihilfe. In der Regel schließen Beamte und andere Beihilfeberechtigte eine Restkostenversicherung bei einer Privatversicherung ab.

Angestellte

Eine private Krankenversicherung für Angestellte ist genauso geeignet wie eine gesetzliche Krankenversicherung. Grundsätzlich muss das Bruttoeinkommen oberhalb einer Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Diese steigt jährlich. Zur Jahresarbeitsentgeltgrenze zählen Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Sonderzahlungen wie beispielsweise Gewinnausschüttungen gehören nicht dazu.

Übersteigt das Gehalt die Grenze, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres. Voraussetzung ist, dass das Gehalt ebenfalls im kommenden Jahr den Grenzwert übersteigt.

Studierende

Studenten können sich mit Studienbeginn privat versichern. Diese Versicherung ist bis zum Ende der Hochschulausbildung bindend. Mit dem Studienabschluss und dem Eintritt in ein Angestelltenverhältnis lässt sich zu einer gesetzlichen Krankenkasse wechseln. Geht das Studium in eine Selbstständigkeit über, bleibt die private Versicherung bindend, unabhängig vom Verdienst.

Für wen ist die Privatversicherung sinnvoll?

Eine private Krankenversicherung ist für jene sinnvoll, die bestimmte Kriterien erfüllen.

Unter 40 Jahren

Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge der Privatversicherung. Um dem entgegenzuwirken, fließt ein Teil des Versicherungsbeitrags in eine Altersrückstellung. Voraussetzung ist, dass über einen langen Zeitraum genügend Geld anspart. Junge Versicherte profitieren von Zins und Zinseszins. Kurzfristig Versicherte sind nicht in der Lage, ausreichende Altersrückstellungen aufzubauen.

Das ideale Eintrittsalter in die private Krankenversicherung liegt bei 35 Jahren. Mit höherem Alter ist eine private Krankenversicherung lediglich in Einzelfällen ratsam.

Gesundheitszustand

Privatversicherungen dürfen sich ihre Kunden auszusuchen. Aus diesem Grund erfolgt in Form eines Fragenkatalogs eine Gesundheitsprüfung. Interessenten mit Vorerkrankungen kommen nicht in die private Versicherung oder müssen Risikoaufschläge auf den Beitrag leisten. In der Regel beläuft sich der Zuschlag auf 10 bis 30 Prozent aus. Er gilt für den von der Krankheit betroffenen Teil des Beitrages.

Vorerkrankungen bei Beamten

Viele Versicherer nehmen diese Personengruppe zu erleichterten Bedingungen im Rahmen einer Öffnungsaktion auf.

Abgeschlossene Familienplanung

Wessen Familienplanung abgeschlossen ist, kommt unkomplizierter in die Privatversicherung. Gesetzliche Krankenversicherungen bieten im Gegensatz zu privaten Krankenversicherungen eine kostenlose Familienversicherung an. Wer in die Privatversicherung will, muss seine Kinder ebenfalls privat versichern und entsprechende Beiträge zahlen.

Sich in Elternzeit befindende Kunden müssen die Versicherungsbeiträge weiterzahlen. Bei Angestellten fällt der Zuschuss zur Krankenversicherung weg.

Guter Verdienst oder Vermögen

Der Eintritt in eine Privatversicherung ist eine Lebensentscheidung. Der Versicherungsbeitrag orientiert sich nicht an einem niedrigeren Einkommen im Ruhestand. Wer in jungen Jahren der Privatversicherung beizutreten gedenkt, muss überzeugt sein, langfristig gut zu verdienen. Auf unvorhersehbare Zahlungen und finanzielle Engpässe nimmt die Privatversicherung keine Rücksicht.

Zu bedenken ist, dass die Tarife für jedes Familienmitglied zu zahlen sind. Dies ist bei einer Selbstständigkeit problematisch. Läuft das Geschäft schlecht oder tritt eine Arbeitslosigkeit ein, ist es schwierig, in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln. Erfolgen keine Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, besteht kein Anspruch auf einen Zuschuss zu den Privatkassen-Beiträgen im Alter.

Über Toni Ebert