Freitag , 12 April 2024
Gesundheit
Gesundheit, Bild: Unsplash

Top-Anwendungen von kollaborativen Robotern im Gesundheitswesen

In der Industrie und Medizin schreitet die Automatisierung immer weiter voran. Einen wichtigen Platz nehmen dabei Roboter ein. Noch immer sind wir weit davon entfernt, die Visionen von Sci-Fi Autoren in die Realität zu übertragen. Trotzdem begrüßt die Wirtschaft eine Zukunft, in der Roboter immer mehr Aufgaben übernehmen. Dabei unterscheidet man zwischen autonomen Industrierobotern und Cobot. Anstatt in Fertigungsstraßen autark zu werken, schließen Cobots (oder: kollaborative Roboter) die Lücke zwischen Mensch und Maschine. In der Medizin erschließen sich dabei immer mehr Anwendungsbereiche. Die effiziente Herstellung von Medizinprodukten ist dabei nur eine Möglichkeit der Nutzung. Auch in der Physiotherapie finden sich Anwendungsbereiche. Das Ziel: Therapeuten zu entlasten.

Anwendungsbereiche

Welche Anwendungsbereiche sind für Cobots denkbar? Es folgen einige Fallbeispiele aus der Praxis.

Kollaborative Roboter in der Physiotherapie

Experten zufolge sind Thrombosen für 40-50 % aller Schlaganfälle verantwortlich. In der Folge kommt es zu einer Minderdurchblutung des Gehirns. Die Rehabilitation ist in vielen Fällen langwierig und problematisch. Insbesondere dann, wenn in der Folge Lähmungen auftreten, bedarf es ausdauernder Physiotherapie. Bei dieser wird der Patient aufgefordert, bestimmte Bewegungsmuster auszuführen. Unterstützt wird der dabei durch die Hand des Therapeuten. Der Roboterarm eines Cobots lässt sich so programmieren, dass er die menschliche Unterstützung ersetzt. So können Patienten auch von zu Hause Bewegungsabläufe trainieren, um Lähmungen in den Gliedmaßen zu beseitigen. In Dänemark wird bereits seit 2018 im Rahmen des Projekts „Patient@Home“ zu diesem Thema geforscht.

Cobots können theoretisch eine sehr hohe Kraftwirkung entfalten. Um Patienten vor Schäden zu bewahren, bedarf es eines ausgeklügelten Sicherheitssystems, welches Informationen über die ausgeübte Kraft von Drucksensoren bezieht. In der klinischen Praxis ist aber auch ein Einsatz von Cobots mit Supervision denkbar. Dabei würde der Physiotherapeut die Verwendung planen und in der Therapiesitzung eine überwachende Funktion einnehmen. Trainingsfortschritte würden in diesem Fall notiert werden, um das Programm des kollaborativen Roboters kontinuierlich anzupassen.

Blinde sehen lassen

Der WHO zufolge sind rund 45 Millionen Menschen von Blindheit betroffen. Viele der Fälle sind auf den „Grauen Star“ zurückzuführen. In der Behandlung wird die eingetrübte Linse ersetzt. Um möglichst vielen Menschen das Augenlicht zu schenken, ist eine effektive und preisgünstige Produktion von künstlichen Linsen wichtig. In Indien arbeiten bereits die ersten Cobots bei „Arvind Eye Care Systems“, um einzelne Komponenten in der Fertigungsstraße zu bewegen. Der Roboterarm verfügt über eine äußerst hohe Präzision und senkt die Fehlertoleranz. Als Resultat können im Jahr etwa 15 % mehr Linsen hergestellt werden. Bereits nach zwei Jahren hat der Roboter ohne Gehäuse seine Kosten wieder eingespielt.

Ablaufoptimierung im Krankenhaus

Im Universitätskrankenhaus Kopenhagen mussten die Mitarbeiter mit einer erhöhten Anzahl an Blutproben zurechtkommen. Ein Cobot unterstützt dort die Sortierung von Blutröhrchen, um diese schnell weiteren Analyse zuzuführen. Da der kollaborative Roboter nicht durch physische Barrieren von den Laborarbeitern abgegrenzt ist, können diese jederzeit in den Prozess eingreifen – wenn dies nötig wird. In der Folge konnten in derselben Zeit rund 20 Prozent mehr Blutproben analysiert werden.

All diese Anwendungen werden möglich gemacht durch „Universal Robots“. Das Unternehmen hilft bereits seit 2008 zahlreichen Unternehmen, Betriebsabläufe effizienter zu gestalten. Mit über 1000 Mitarbeitern weltweit zählt die Firma zu einem Marktführer auf dem Gebiet der Robotik.

Über Toni Ebert

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