Montag , 23 Mai 2022
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Floristik: Bänder, Stoffe und Kordeln

Floristik: Bänder, Stoffe und Kordeln

Bänder, Stoffe und Kordeln sind ideale Accessoires für floristische Werkstücke.

Sie bereichern sich mit ihren durch verschiedene Webarten entstehenden Texturen, der Vielfarbigkeit und des Angebots, vielen Musterungen und durch weich fließende Formen die gestalterischen Möglichkeiten.

Die technischen Verarbeitungsweisen sind Binden, Umschlingen oder Umwickeln. Gestalterisch geht es um die Akzentuierung und das Schaffen von Verbindungen. Die Schmuckwirkung liegt, neben dem Aussehen des Bandes an sich, auch in der Form von Schleifen, Schlaufen, Knoten, Flechtungen und Kordelungen.

Fasern für die Stoffe

Es gibt 4 verschiedene Faserarten.

  • Pflanzliche Fasern, z.B. Samenfasern (Baumwolle Kapok); Bastfasern (Flachs, Jute, Hanf); Hartfasern (Sisal, Manila) und Fruchtfasern (Kokosnusshülle.
  • Tierische Fasern, z.B. Wolle (Haare vom Schaf, Alpaka oder Ziegen) oder Seide (Kokongespinst des Seidenspinners).
  • Mineralische, anorganisch — chemische Fasern, z.B. Mineralwolle (Glasfasern, Steinwolle); Kohlenstofffasern (Polyacrylnitril) und Metallfasern (feinste Drähte aus Aluminium, Messing, Kupfer etc.).
  • Chemische Fasern, z.B. chemisch veränderte Naturstoffe wie Kunstseiden —Viskose aus Holzzellulose oder synthetische Fasern, welche durch Erdöl in der sogenannten „Polymerisation“ gewonnen wird, daher der Name „Polyester“.

Herstellung

Schmuckbänder — und Stoffe entstehen aus dem Verweben von Fäden. Die in Längsrichtung verlaufenden Fäden heißen Kettfäden. Sind die äußeren Kettfäden Drähte, erhält man leicht Formbares Band mit Drahtkante.

Die Kettfäden werden vom quer laufenden, hin und her geführten Schussfäden in unterschiedlichster Weise unter- und überkreuzt, sodass verschiedene Texturen entstehen.

Man unterscheidet zwischen drei Grundbindungsarten:

1. Leinen- oder Taftbildung:

Mit gleicher, je nach Faser ausgeprägter Ober — und Unterseitentextur und ständigem Wechsel zwischen Ober — und Unterkreuzen der Fäden.

2. Atlas- oder Satinbildung:

Mit glänzend- glatter Oberseite und im Vergleich eher matter und rauer Unterseite.

Der Schlussfaden unterkreuzt jeden Kettfaden mehrmals, bevor er ihn 1 x überkreuzt, worauf wieder mehrere Unterkreuzungen folgen.

Außerdem werden jeweils mehrere, hier vier, nebeneinanderliegende Kettfäden unterkreuzt.

Die Überkreuzungen der nebeneinanderliegenden Kettfäden sind gegeneinander versetzt.

3. Körperbindung:

Mit gleichmäßig jeweils um einen Faden gegeneinander versetzten Kreuzungspunkten und einer Art Treppen — oder Fischergrätoptik. Es werden jeweils mehrere Kettfäden vom Schussfaden überkreuzt bevor einer unterkreuzt wird.

Behandlung der Bänder

Bänder, Stoffe und Kordeln müssen trocken, staubfrei und dunkel gelagert werden um sie vor Flüssigkeiten, Verschmutzung und Ausbleichung zu schützen. Sie sind dementsprechend nur mit sauberen, trockenen Händen zu verarbeiten. Selbst wasserfeste Bänder müssen in Werkstücken vor Wasser, z.B. aus dem Steckschaum, geschützt werden, da sich beim Trocknen sonst Schmutzränder aus Verunreinigungsrückständen des Wassers bilden könnten.

Grundsätzlich werden Bänder und Kordeln, meist als Schleifen, fest und sicher mit Draht in den Werkstücken verankert.

Über Toni Ebert